Kostnotiz [Oktober 2014]:

Wir haben einen Phönix im Glas!

Die Klagenfurter Schleppe-Brauerei ist erst jüngst wiederauferstanden. Es gab zwar (zum Glück!) keine Asche, aber einen Höhenflug. Den wir mit allen Sinnen wahrnehmen dürfen. Er ist erstaunlich und begeisternd zugleich.

Paradiesvogel

Das Aussehen des Biers erinnert allerdings eher an einen Paradiesvogel: Trotz Opaleszenz (so nennt man einen feinen, seidigen Bierschimmer im Fachjargon) strahlt es in herrlichem Orange. Getoppt von einem cremefarbenen Schaum, feinporig und dicht.

Noch paradiesischer der Duft: Was für eine Opulenz! Wir können gar nicht genug hineinriechen. Reife Früchte: Maracuja und Rhabarber. Dazu Feinsäuerliches, wie Stachelbeere oder ein Hauch Holunderblüte. Spätsommer. Erntedank. Butternut-Kürbis.

Lebendig tanzt die Perlage

Der Antrunk löst die, durch den herrlichen Duft erzeugte, Spannung nicht auf – er verstärkt sie noch. Frische, fein perlende Lebendigkeit tanzt mit cremiger Geschmeidigkeit über unsere Zunge und auf unseren Gaumen. Und es geht weiter. Der Erste Schluck hält, was der Duft versprochen hat. Mindestens. Denn rasch ist der Mundraum erfüllt von opulenter Fruchtigkeit. Dann erleben wir das ausgeprägte Hopfenaroma in voller Breite: Trocken harzig und wieder fruchtig.

Verspieltheit und vollkommene Harmonie zugleich bringen perfekten Genuss. Wir blicken dem entschwindenden Phönix lange nach. Hopfige Akkorde begleiten uns dabei. Wir verspüren sie sehr lange. Auch noch, als der kleine Punkt längst entschwunden ist, im Himmel.