EINS – Totale Kontrolle über jeden Einzelnen ist ein Ziel des herrschenden Überwachungskapitalismus; die „Uns fernsteuernden kybernetischen Exoparasiten“ (= Smartphones) sind zurzeit das Mittel der Wahl.

ZWEI – Ohne den siebenten Tag wäre die Schöpfung unvollständig. Der siebente Tag ist nicht „Ruhe von der Schöpfung (-sarbeit)“ sondern ein wesentlicher Teil der Schöpfung.

DREI – Smartphones plagen uns – unter anderem – damit, dass sie uns die Ruhe nehmen. Zumal, wenn Programme wie „WhatsApp“ installiert sind. Sie waren das Mittel der Wahl um die Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit aufzuheben; die Freizeit und den Feierabend zu vernichten.

VIER – Bier war immer – und wäre auch heute – „Sozialer Kitt„, während „Soziale“ Medien den Menschen vereinzeln. Man geht meist gemeinsam auf „ein“ Bier, starrt aber alleine (sehr einsam) in einen Bildschirm.

FÜNF – Smartphones sind wegen ihrer Eigenschaft der Instabilität, der Unruhe, mit der sie die von ihnen Beschädigten anzustecken vermögen, Un-Dinge. Undinge gehören in keinen Biergarten.

SECHS – Wir sollten uns den Biergarten als Zone der Ruhe wünschen. Ruhe von der Arbeit und von den Banalitäten des Alltags. Ruhe vor Werbung. Ruhe, die aber keinesfalls mit Totenstille verwechselt werden darf.

SIEBEN – Heiterkeit, in durchaus unterschiedlichen Ausprägungen und Intensitätsstufen, ist in unserer Kultur ein wichtiger Bestandteil der Ruhephase. Der Biergarten ist ein weihevoller Ort der Feier, das Feierabend- oder Feiertagsbier soll mit der Herzhaftigkeit des Feierns und des zwischenmenschlichen Austausches genossen werden.

ACHT – Bier wäre das Mittel der Wahl um sich von der Fremd- und Fernsteuerung zu emanzipieren. Der Sonntag, solange er uns noch als „Frei-Tag“ erhalten bleibt, kann gut mit einem Frühschoppen beginnen. Die sedierende Wirkung des Hopfens, die beruhigende, ermüdende des Alkohols helfen dabei, Ruhe zu finden.

NEUN – Undinge, die uns von Ruhe und Feiern ablenken, sollten, wie bei jedem klassischen Konzert, abgeschaltet werden.

ZEHN – Als überzeugter Gegner des fortschreitenden und dem Überwachungskapitalismus in die Karten spielenden Regulationswahns plädiere ich für ein HANDYVERBOT IM BIERGARTEN.

POST SKRIPTUM – Das ist keine Satire. Auch wenn ich diesem meinem Appell kaum Chancen auf Verwirklichung einräume – ich meine es ernst. Sehr ernst.

Der Biersepp am 20. September 2019.