Die neuen Biere von SUDDEN DEATH – „Mr. Cinnamon Bun“ und „Who shot the Almond Brothers“ – wurden mit Aroma-Extrakten flavorisiert.

Die Zutaten-Liste auf den Rückenetiketten liest sich wie aus dem Gruselkabinett: „Natürlicher Marzipanextrakt, natürlicher Vanilleextrakt, natürlicher Schokoextrakt, natürlicher Zimtschneckenextrakt“.

Zuerst würde ich gerne wissen, was an einem „Marzipanextrakt“, einem „Schokoextrakt“ oder einem „Zimtschneckenextrakt“ natürlich sein soll.

Aromen in Biere zu kippen ist das Gegenteil von Braukunst

Wir versuchen vorsichtig, Lobbyingarbeit zu machen: Für den Einsatz von NATÜRLICHEN Rohstoffen (zum Beispiel Kirschen, Honig, Koriandersaat oder frischen Traubenmost) – quasi als Ergänzung zum Reinheitsgebot.

Solche Aktionen, wie die von Sudden Death, sind eine große Gefahr für das Craftbier-brauen. Die Reinheitsgebots-Hardliner werden (nicht zu unrecht) sagen: „Wir haben es immer schon gewusst. Es wird nicht lange dauern – und sie setzen Aromastoffe ein“. Auch wenn das Brauer in den USA längst machen, deutsche Brauer sollten sich eine solche Blöße nie und nimmer geben.

Woher kommt die Sondergenehmigung?

Was mich außerdem wundert: Wieso bekommen derartige Getränke eine Sondergenehmigung, dürfen als Bier verkauft werden und müssen nicht einmal als Biermischgetränk deklariert werden?

Aus meiner Sicht hat Sudden Death die Rote Linie überschritten und zwar deutlich. So eine Aktion birgt die Gefahr in sich, dass in Hinkunft weniger oder gar keine Sondergenehmigungen mehr erteilt werden, für traditionsreiche, echte Bierstile, wie Wit, Kriek oder Honigbier.