Zahlen aus der Pressekonferenz des bayerischen Bauernbundes vom 20. Februar 2019, 11:00 Uhr

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In einer – erstmals auch online übertragenen – Pressekonferenz präsentierte der bayerische Brauerbund unter anderem die folgenden Zahlen:

42 % aller deutschen Brauereien befinden sich in Bayern


228 Brauereien wurden in DE seit 1993 neu gegründet


1.110 Braustätten produzieren weniger als 5.000 Hektoliter Bier/anno


853 Brauereien produzieren unter 1.000 Hektoliter/anno (mehr als jede zweite deutsche Brauerei)


Diese 853 Brauereien stellen 0,91 % des deutschen Bieres her


60 Brauereien produzieren > 200.000 Hektoliter/anno, das sind 72 % des gesamten Bierausstoßes


Jedes vierte Bier, das in Bayern produziert wird, wird im Ausland getrunken


Jedes dritte aus Deutschland exportierte Bier wird in Bayern gebraut


Das Exportvolumen der bayerischen Brauwirtschaft 2018 beträgt 5.750.000 Hektoliter


Seit 1993 ist der Bierabsatz nur in den Bundesländern Mecklenburg Vorpommern (58%), Sachsen (27%), Sachsen-Anhalt (28%) und Thüringen (42%) gestiegen

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Die Pressemeldung im Wortlaut:

Jahrhundertsommer beschert Bayerns Brauereien Rekordergebnisse; Inlandsmarkt bleibt absehbar schwierig

München, 20.02.2019 Wie der Bayerische Brauerbund mitteilt, haben der „Jahrhundertsommer“ und Sondereffekte wie die Fußballweltmeisterschaft im vergangenen Jahr den Bierabsatz mit einem Absatzplus von 3,1% auf ein Rekordniveau ansteigen lassen. Insgesamt produzierten Bayerns Brauer von Januar bis Dezember 24,6 Millionen hl, knapp 740.000 Hektoliter (74 Mio. Maß) mehr als im Vorjahr. Mit diesem Absatzplus liegt Bayern weit über dem Bundesdurchschnitt (+ 0,5%) und konnte von den Sondereffekten des Sommers 2018 besonders stark profitieren.

AF plus 10, 5 % auf > 2 Mio HL

Erstmalig stieg der Absatz alkoholfreier Biere, die in den Zahlen des amtlichen Bierabsatzes nicht enthalten sind, auf über 2 Millionen Hektoliter (+10,5% zum Vorjahr) und erreichte so ein Allzeithoch.
Das gute Abschneiden Bayerns führt der Bayerische Brauerbund neben dem Wetter auch auf den Siegeszug bayerischer Bierspezialitäten in anderen Bundesländern und im Ausland zurück. Der Bierexport alleine in Drittländer konnte 2018 um weitere 112.000 Hektoliter (+2,0%) auf einem neuen Höchststand von 5,75 Mio. hl gesteigert werden.

Der Präsident des Bayerischen Brauerbundes, Georg Schneider, beurteilt den deutschen Biermarkt jedoch witterungs- und WM-bereinigt als bestenfalls stagnierend und nennt unter anderem die demographische Entwicklung, die gesundheitsbewusstere Ernährung der Bevölkerung sowie ein verändertes Freizeitverhalten als Gründe für den stetig sinkenden Pro-Kopf-Bierkonsum in Deutschland.

Verlässliche Rahmenbedingungen und Rechtssicherheit gefordert

Empört äußerte sich Schneider zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes (BVerfG), das erst vor einer Woche zwar die Verfassungswidrigkeit einer im Haushaltsbegleitgesetz von 2004 beschlossenen Biersteuererhöhung für mittelständische Brauereien festgestellt hat, jedoch einer Rückzahlung der überhöht abgeführten Biersteuer an die kleinen Brauereien eine Absage erteilte. Nachdem die Biersteuermengenstaffel keine Subvention der Brauereien darstellt, sondern ein seit Jahrzehnten funktionierendes Mittelstandskorrektiv zum Erhalt der mittelständischen Struktur der bayerischen Brauwirtschaft ist, hatte sich der Spitzenverband der Bayerischen Brauwirtschaft mit seiner Klage durch die Instanzen der Finanzgerichtsbarkeit bis zum Bundesverfassungsgericht weit mehr für die Branche erhofft.

Freiwillig und dem wachsenden Verbraucherinteresse an einer bewussteren Ernährung geschuldet, hat sich die Braubranche für die Deklaration des Brennwertes auf ihren Produkten ausgesprochen. Vor dem Hintergrund dieser Offenheit und dem Grundsatz folgend „Klarheit und Wahrheit für den Verbraucher“ übte Schneider jedoch harsche Kritik an der „Gängelung“ der Branche durch höchstrichterliche Verbote der Verwendung der Begriffe „bekömmlich“ bzw. „wohl bekomm`s“ zur Beschreibung eines Bieres mit mehr als 1,2 Vol% Alkoholgehalt.

Herausforderungen in wirtschaftlich schwieriger Lage angehen
Vor dem Hintergrund des steigenden Sortieraufwands und der Kosten, die eine immer größer werdende Individualisierung der Gebinde mit sich bringt, verwies Georg Schneider auf die Vorteile der Mehrwegflasche, die in der bayerischen Bauwirtschaft noch einen sehr hohen Marktanteil besitzt. Klar bezog er dabei Position zur Erhöhung des Flaschenpfandes: „Das Pfand von nur 8 Cent pro Flasche deckt weder die Kosten der Neuglasbeschaffung, noch stellt es einen hinreichenden Anreiz zur Leergutrückgabe dar.“ Auch ging Präsident Schneider auf den Fachkräftemangel insbesondere in der Logistik und auf den Kostendruck in der Branche durch Kostensteigerungen im Energiebereich, im Rahmen der LKW-Mautausdehnung auf Bundesstraßen und vor allem bei den Personalkosten ein.