Bis ins Jahr 1590 reicht die Brautradition der Schlossbrauerei Au-Hallertau. Die Freiherren Beck v. Peccoz haben seit 1846 dort ihren Sitz – sie wurden von König Ludwig I. in den Adelsstand erhoben – Aufgrund „ihres Fleißes, der Tüchtigkeit und Wohltätigkeit“.

Herrscher einst und jetzt

Heute haben Könige – so überhaupt noch in Amt und Würden – meist eher dekorative Bedeutung. Die wahren Herrscher unserer Zeit finden sich in Welt-Konzernen a la Google oder Welt-Mächten, wie China und den USA. Das Reich der Mitte hat dabei zurzeit die glücklichere Hand und vor allem die bessere Strategie. Für die „Neue Seidenstraße“, das erfolgreichste Kolonialisierungsprogramm unserer Tage, wird nur etwa ein Viertel jener Unsummen ausgegeben, die von der US-Army in Afghanistan verpulvert werden. Die „Neue Seidenstraße“ zeitigt zudem wesentlich größere Erfolge. Und die Effekte der – nur auf den ersten Blick „sanfteren“ – Eroberung sind deutlich nachhaltiger.

Bier- die heilige Kuh der Bayern

Aus diesem Blickwinkel betrachtet fühlt sich der Erwerb einer bayerischen Traditionsbrauerei durch „Die Chinesen“ ähnlich an, wie das Aufkaufen indischer Rinderherden. Dass die Schlossbrauerei Au ein Bierjuwel der Hallertau, des „weltweit wichtigsten Hopfenanbaugebietes“ ist, verschärft den Geschmack dieses Eigentümerwechsels. China produziert bislang erst Hopfen auf einer Gesamtfläche von 2.683 Hektar, während gegenwärtig allein in der „Holledau“ 16.310 Hektar Hopfenanbaufläche verzeichnet werden. (Zahlen aus dem „Barth-Hass-Bericht Hopfen 2017/2018“ aus 2018-06). Die Seidenraupe ist als Hopfen-Nützling bislang eher unbekannt. Aber, wer weiß?

Semantische Nebel

Alain Badiou betrachtete Wörter als „Semantische Nebel“. Der Doyen der französischen Gegenwartsphilosophie kam mir irgendwie in den Sinn, als ich die gegenständliche Presseaussendung der Brauerei gelesen habe. Ich lasse Euch nun gerne mit derselben allein. (Der Biersepp)

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Pressemitteilung der Schlossbrauerei Au-Hallertau GmbH & Co.KG Au-Hallertau, den 01.März 2019

Sehr geehrte Damen und Herren, wir freuen uns Ihnen heute mitteilen zu können, dass es der Eigentümerfamilie gelungen ist, die Weichen für die weitere erfolgreiche Zukunft des Brauereibetriebes zu stellen. Die Schlossbrauerei Au-Hallertau GmbH & Co. KG hat mit der FCAA Castle Brewery Company, einen Investor gewinnen können, der als Holding die deutschen Aktivitäten der chinesischen Einzelhandelsgruppe Dashang Group mit Sitz in Dalian, China bündelt.

Die Dashang Group – vergleichbar mit der hiesigen Metro- verfügt über eine Vielzahl von eigenen Supermärkten und weiteren wichtigen Absatzkanälen in ganz China und verfolgt das Ziel, die Qualitätsbiere der Schlossbrauerei Au-Hallertau als eigene Marke flächendeckend in ganz China zu positionieren. Diese Strategie hat die Dashang Group mit eigenen europäischen Weingütern bereits erfolgreich umgesetzt. Es war uns außerordentlich wichtig, dass der Investor in den Brauereibetrieb in Au investieren wird und Arbeitsplätze langfristig gesichert sind.

Ausschlagend für das Engagement des Investors waren die Geschichte der Schlossbrauerei, die lange Tradition der Familie, die hohe Qualität der Biere und nicht zuletzt die weltweite Bekanntheit des Hopfenanbaugebietes Hallertau. In einem strukturierten Prozess haben alle Mitwirkenden frühzeitig erkannt, dass sich für alle Beteiligten eine „win/win“ Situation ergeben wird, zumal gewährleistet ist, dass auch künftig größter Wert auf den regionalen Biermarkt gelegt wird und zusätzlich ein enormes Wachstumspotential auf den internationalen Absatzmärkten zu erwarten ist, dessen Erschließung durch die neue Partnerschaft nunmehr in Angriff genommen werden kann.

Die Belieferung neuer Märkte, aber auch der Ausbau der regionalen Stellung der Brauerei im Heimatmarkt, sowie die Investition in neueste Techniken gehören daher zu den Kernpunkten der zukünftigen Strategie des Unternehmens. Der bisherige Geschäftsführer Michael Freiherr Beck von Peccoz wird diesen Prozeß begleiten und bleibt dem Unternehmen auch künftig erhalten, da dadurch zum einen die enge Zusammenarbeit zwischen Investor und Familie bekräftigt und zum anderen auch gewährleistet wird, dass für unsere Kunden die bisherigen Ansprechpartner die gleichen bleiben.

Schlossbrauerei Au-Hallertau – Michael Beck von Peccoz